Hallo ihr süßen. Ich bin heute das erste mal auf dieser Seite. Hier gibt es tolle Informationen zur Internet Welt und vielem mehr. Ich emfehle euch diese Seite sehr.
Die Entscheidung, ein Jahr im Ausland zu verbringen, treffen heutzutage viele junge Menschen. Ob als Au-Pair, als Freiwilliger oder als Austauschschüler. Wer ins Ausland geht sollte sich vorher gründlich informieren und vor allem wissen, was man sich von dem Jahr erhofft. Gute Organisationen, die Austauschprogramme anbieten, kann man leicht im Internet finden, aber aufgepasst: Für was stehen die Organisationen? und was sind die Leistungen? Je nach eigenem Interesse und Schwerpunkt sollte man sich eine Organisation suchen, die möglichst diese Ansprüche erfüllt. Ein Auswahlverfahren, eine gute Vorbereitung und Betreuung vor Ort sollte garantiert sein.
Sind das Auswahlverfahren und die Vorbereitung hinter sich gebracht, steht dem Austauschjahr nichts mehr im Wege. Oder doch?
Kurz vor Beginn des Austausches fangen viele an, an ihrer Entscheidung zu zweifeln. Ein halbes oder ganzen Jahr ohne die Familie, Freunde und alles Gewohnte ist ein großer Schritt.
Und dann die vielen Fragen: Und, wann geht es los? Hast du schon eine Gastfamilie? Meinst du das ist die richtige Entscheidung? Was willst du denn DA? Also, ich würde das ja nicht machen, aber wenn du meinst…?
Wer kann da noch zweifelsfrei zu seiner Entscheidung stehen?
Diese vielen Fragen bringen einen oft dazu komplett zu blockieren und für nichts mehr offen zu sein. Die Nerven liegen einfach blank, aber das ist, leider, normal.
Da hilft es, wenn man sich jemanden anvertraut und sich einfach mal die Sorgen von der Seele reden kann. Wer dieser jemand ist, ist ganz egal, nur ein offenes Ohr zum zu hören wird benötigt.
Ein Austauschjahr bringt viel Spaß und Neues mit sich, aber auch Ärger und Tränen können Bestandteil dieser Reise sein.
Im Gastland angekommen, ist vielleicht nichts so wie man es sich vorgestellt hat und die Gastfamilie wirkt auch ganz anders als in den E-Mails oder Telefonaten.
In diesem Moment muss man sich vielen schwierigen Situationen stellen.
Oft wird man als Austauschschüler toll aufgenommen. Die Gastfamilie freut sich über ein neues Familienmitglied und die neuen Klassenkameraden über den Mitschüler aus dem Ausland.
Doch gerade in Ländern, in denen Austauschschüler noch nicht so bekannt sind, trifft man auf Skepsis.
Plötzlich gehen die Fragen von vorne los: Woher kommst du? Wie heißt du? Was machst du hier? Aus Deutschland?- Deutsche sind blöd! Und überhaupt sind die doch alle Nazis!
Eine Herausforderung für einen jungen Menschen, der vielleicht nicht einmal die Landessprache spricht.
Ich verbrachte mein Austauschjahr 2007/ 2008 in Lettland. Ein kleines Land im Baltikum, über das man hier in Deutschland kaum etwas weiß.
Heute, zwei Jahre nach meinem Austauschjahr, kann ich sagen, dass das Jahr eines der Besten meines Lebens war, aber währenddessen und kurz danach konnte ich die Begeisterung, die man nach einem Austauschjahr verspüren soll, nicht teilen.
Das Jahr war schwierig.
Aber auch wunderschön und lehrreich.
Mein Entschluss, ein Jahr im Ausland zu verbringen, traf ich recht früh, sodass ich mich lange mit einer Suche nach der richtigen Organisation beschäftigte und genau wusste, was für einen Ablauf ich erwarten konnte.
Ich entschied mich für eine gemeinnützige Organisation, mit Aussicht auf ein Vollstipendium für Osteuropa.
Das Auswahlgespräch fand ein Jahr vor meiner Abreise statt und von da an hatte ich fast täglich Post.
Versicherung, Infopost, Vorbereitungstermine, Infopost, Stipendienbescheid, Infopost, Termin zur Vorbereitungstagung etc.
Und dann geht die eigene Vorbereitung los. Man fängt an die Sprache zu lernen, sich über das Land zu informieren und eine Packliste zu erstellen.
Ende August ging es dann los. Von Hamburg über Frankfurt nach Riga.
Zusammen mit 20 weiteren Austauschschülern wurden wir am Flughafen von unserer Organisation und unseren Gastfamilien in Empfang genommen.
Das erste was mir in Riga auffiel war, wie klein alles dort ist.
Und dann die Sprache. In meiner Gastfamilie sprach nur mein Gastvater etwas Englisch und ich nun mal kein Lettisch.
Ich wohnte am Stadtrand von Riga in einem freistehenden Haus und in einem eigenen Zimmer.
Meine Schule war nur wenige Gehminuten entfernt und eine Bushaltestelle ebenfalls.
Meine Gastmutter sowie mein Gastvater arbeiteten und meine beiden Gastgeschwister (11 und 13 Jahre) gingen auf dieselbe Schule wie ich.
Der Anfang gestaltete sich für mich schwieriger als gedacht. Zwar lernte ich die Sprache recht schnell, doch die Integration in der Schule und auch in der Gastfamilie bereiteten mir Schwierigkeiten.
Durch die Vorbereitung meiner Organisation hatte ich zwar Handwerk in die Hand bekommen, aber dieses auch einzusetzen, war meine Aufgabe.
Im ersten halben Jahr fand ich meine Rolle in der Schule und durch meine Fortschritte im Lettischen wuchs mein Freundeskreis.
Leider funktionierte immer weniger in der Gastfamilie und so entschied ich mich zu wechseln.
Die Entscheidung, die Gastfamilie zu wechseln, ist sehr wichtig für das Seelenwohl, aber auch unglaublich belastend.
Diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig oder aus einem Streit heraus getroffen werden.
Das erste Mal zog ich einen Gastfamilienwechsel Anfang Oktober in Erwägung. Viele Gespräche, Tränen, Umarmungen, Versöhnungen und Neuanfänge folgten, bevor ich im Februar dann tatsächlich die Gastfamilie wechselte.
Zu meinem Glück konnte ich im selben Stadtteil bleiben und musste meine Schule nicht wechseln.
Das Verhältnis zu meiner neuen Gastfamilie war sehr gut und trotzdem wollte ich den Kontakt zu meiner alten Gastfamilie nicht verlieren und habe bis heute zu beiden Familien Kontakt.
Von dort an lebte ich in einem typischen Plattenbau mit meinen sehr jungen Gasteltern (beide 30 Jahre) und meiner kleinen Gastschwester (4 Jahre).
Mein Alltag in Lettland war im Rückblick gar nicht so anders als in Deutschland. Ich besuchte das erste halbe Jahr die Musikschule und begann im März mit dem Fußballtraining in einer Mädchenmannschaft am anderen Ende der Straße. Ich verbrachte viel Zeit mit meinen neuen Freunden und an dem Wochenende zeigte meine neue Gastfamilie mir das lettische Landleben und andere Städte.
Entgegen aller Empfehlungen hatte ich regen Kontakt zu anderen Austauschschülern und meinen Lieben in Deutschland.
Wie oft und intensiv man Kontakt ins Heimatland oder anderen Austauschschülern hat, denke ich, sollte jeder für sich selber entscheiden. Solange man sich gut dabei fühlt und man sich genauso intensiv um die Freunde und Gastfamilie im Gastland kümmert, kann nichts schief gehen.
Heute nimmt mein Austauschjahr immer noch einen großen Teil meines Lebens ein und ich weiß, dass ich in diesem Jahr unglaublich viel gelernt habe.
Ich habe Kontakte auf der ganzen Welt geknüpft und eine Sprache gelernt, die gerade mal von 2,2 Millionen Menschen auf der ganzen Welt gesprochen wird.
Ich habe Sachen erlebt, die mich wachsen ließen und kann Geschichten erzählen, die immer für Unterhaltung sorgen.
Ich kann, wann immer ich möchte, nach Lettland reisen und habe dort zwei Familien und viele Freunde, die auf mich warten.
Trotz Heimweh und allen Strapazen, möchte ich dieses Jahr nie mehr missen.
Ich kann einfach nur jedem, der Lust auf etwas Anderes und Neues hat, empfehlen: