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Geschrieben am 19.01.2038 um 04:14 von Lala:

Hallo ihr süßen.
Ich bin heute das erste mal auf dieser Seite.
Hier gibt es tolle Informationen zur Internet Welt und vielem mehr.
Ich emfehle euch diese Seite sehr.

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Inhalt

Interview mit Fury in the Slaughterhouse

Beim Konzert von fury in Essen hat Sandra ein Interview mit den Musikern geführt. Sie stellt es hier für euch zum Lesen bereit.

    Fury Interview am 26.09.2005 Kino Lichtburg in Essen

 

 

 

Wir trafen Fury am 26.9.2005 zu einem Interview im Rahmen ihrer Akustik-Tour im Kino Lichtburg in Essen.

Christof, Kai und Gero nahmen sich viel Zeit und beantworteten uns in einem persönlichen Interview

zahlreiche Fragen.

Bei ihrem anschließenden Konzert zeigten sie, dass sie auch im Akustik-Sound voll überzeugen und das ganze Publikum auf ihrer Seite haben.

Spätestens nach diesem Konzert wird jeder sagen können:

„ Won`t forget this day!“

 

Aber vorab erst einmal für die, die “Fury in the Slaughterhouse“ nicht kennen sollten…wer ist das eigentlich?!?

Fury ist eine Rockband, die sich im Jahr 1987 gründete.

Mittlerweile besteht sie aus 6 Mitgliedern: Kai, Christof, Gero, Christian, Rainer und Thorsten.

Mit ihren zahlreichen Singles, Alben und großen Hits wie „Time to wonder“ oder „Won’t forget this day“ wurden sie mit der Zeit eine der berühmtesten deutschen Bands.

 

  

Interview mit  Kai, Christof und Gero

 

 

1. Wie seid Ihr auf die Idee einer Akustik-Tour gekommen?

 

Christof: Eigentlich haben wir so etwas ja schon immer mal gemacht, z.B. bei Saturn. Damals kamen einige Anfragen, ob wir so was nicht mal als Konzert machen könnten. Dazu macht es uns auch viel Spaß die Lieder mal anders zu spielen, zu interpretieren und aus den Liedern was anderes herauszuholen als was seit 10 Jahren drin ist.

Es stimmt, es ist schon ungewohnt aber eigentlich bekommen wir es auch hin, dass am Ende alle zufrieden sind, auch die welche ein bisschen Party haben wollen. Durch die sitzende Position haben die leiseren Töne auch mal Chancen herauszukommen. Das ist halt das Schöne, es macht Spaß und bisher sind die Leute auch ganz zufrieden, auch wenn einige sagen sie wollen lieber ein bisschen mehr rocken.

Man siehts halt auch von oben, da zuckts mal im Bein und manchmal ist einer in der Reihe der sich in der ganzen Masse traut aufzustehen und Gas zu geben.

Und dann bekommen wir natürlich auch mal ein Bier als Mutter Courage.

 

 

2. Wie und wer kam auf den Namen „Fury in the Slaughterhouse“? Habt ihr nicht mal überlegt ihn zu ändern?

 

Kai, Christof, Gero:„Ja also, wir haben alle im Schlachthaus gearbeitet und uns beim Pferdeschlachten kennen gelernt......... (Scherz!!!)

 

Christof: Es gibt keine wirkliche Antwort darauf. Es hat sich irgendwann herausgestellt, daß der Name mittlerweile nur noch in diesem Zusammenhang bekannt ist, so wie ein Vor- und Zuname. Freunde können uns „Fury“ nennen, wenn wir jemanden nicht abkönnen der kann „Fury in the Slaughterhouse“ sagen.

 

Kai: Kannst aber auch nur „in the“ sagen! ;-)

 

 

3. Schreibt ihr Eure Texte selber oder einzelne von Euch?

 

Kai: Die letzten beiden hat Dieter Bohlen geschrieben weil es mir zuviel Arbeit war.... (Scherz!)

Natürlich schreiben wir alle unsere Texte selber.

 

 

4. Was inspiriert Euch da so?

 

Kai: Das Leben inspiriert genug.

 

Christof: Mit offenen Augen durchs Leben rennen und da bleibt es nicht aus, dass etwas dabei raus kommt.

 

 

5. Darf denn jeder mal mitmischen?

 

Christof: Kai schreibt immer alle Texte, er muss sie ja auch singen.

 

Kai: Wenn man es selber singen muß, ist es schon ein bisschen besser, wenn man dies 100%ig vertreten kann als wenn man Meinungen und Dinge von anderen Menschen vertreten muss. Es gibt ja gute Interpreten, aber selbst die suchen sich ihre Lieder aus und entscheiden ob sie es machen wollen oder nicht.

Trotzdem habe ich schon Lieder gesungen, die ich nicht selber geschrieben habe, aber ich fand sie trotzdem klasse.

 

 

6. Was habt Ihr aus Eurer langjährigen Karriere für Gute und Schlechte Erfahrungen mitgenommen?

 

Christof: Sagen wir mal so, es ist nicht so wie man es sich erträumt hat. Es ist eigentlich alles ganz anders gekommen. Und sonst natürlich positive und negative Erfahrungen. Das Geschäft und das Gewerbe ist halt nicht immer so toll, aber es macht trotzdem einen Heiden Spaß. Es bezahlt mir täglich die Miete wofür ich sehr dankbar bin. Insgesamt könnte man ein Buch darüber schreiben.

 

 

7. Apropos „Buch“: Gero, wie wäre es denn mit einem Kochbuch? „Cook on Tour“?

 

Gero: Wenn man genug Geld hat, dann kann man auch ein Kochbuch schreiben. Da zahlt man ganz schön drauf. Außerdem ist der wichtigste Parameter beim Kochen der Geruch und der Geschmack. Das ist wie die Musik lebt. Auch wenn jemand die Anweisungen haarklein befolgt und nicht richtig kochen kann, schmeckt es hinterher trotzdem total scheiße.

 

 

8. Warum habt Ihr keine Background-singer-Ladies?

 

Kai: Weil wir uns die ganze Zeit um die Frauen kloppen würden.

 

Christof: Außerdem würden die ja hinter uns stehen, dann würde ich ja die ganze Zeit mit dem Rücken zum Publikum stehen, das wäre ja nicht fair. Und deshalb haben wir gesagt „Nee, das lassen wir weg!“ Wir lassen es bei 6 attraktiven jungen Männern, dann haben wir mehr Mädchen als Zuschauer.

 

Kai: Auf jeden Fall sind wir ohne Tänzer, Hupfdohlen und Gesangsmäuse echt besser dran. Das passt nicht zu uns.

 

 

9. Würdet Ihr Eure Texte auch mal in anderen Sprachen singen (japanisch, spanisch, deutsch...)?

Christof: Ich weiß nicht, ob das passt. Sagen wir mal so, es ist nicht unser nächster größter Zukunftstraum. Da kommen  noch Sachen vorher, die interessieren uns mehr.

 

 

10. Ihr seid ja mittlerweile sozusagen schon die

„Dinosaurier“ unter den Bands...kommt da mit der Zeit nicht Langeweile auf oder die Verleitung durch Änderungen oder Modernisierung euren Trend ein wenig zu ändern („Klampfe“ teils durch Computersounds ersetzen...). Stichwort: Elektropop?

 

Gero: Wir wissen ja schließlich, dass aus den Dinosauriern die Vögel entstanden sind....

 

Kai: Der Trend geht doch genau wieder anders herum. Also wieder zur Gitarre.

 

Gero: Ich sag mal so, der Trend geht immer irgendwo hin!

 

Christof: Wenn ich früher meine Schuhe und zu langen Schlaghosen behalten hätte und heute anziehen würde, würden sie alle sagen „guck mal, was hat der denn Schickes!“

 

Kai: Was machen denn „die Helden“ oder „Silbermond“ und „Juli“ musikalisch; wo sind denn dort Elektrogeschichten? Das ist alles Gitarre was da kommt. Das ist nicht out und ich denke, das wird auch so bleiben.

  

 

11. Hättet ihr nicht mal Lust auf einen völlig neuen Stil (Outfit etc.?)

 

Kai: Wir sind Musiker und machen Musik. Wenn wir Schauspieler oder Model wären, würde das vielleicht eine Rolle spielen.

 

Christof: Das sind so Dinge die uns nicht interessieren und heute völlig überbewertet werden. Ich habe neulich in einer  Umfrage gelesen, dass 97% der Deutschen Schönheits-OP´s ok finden und ich meine die haben einen total an der Waffel. Und so geht es mir eigentlich mit den ganzen Modetrends, ich ziehe mich schon gerne bunt an und ich habe auch öfters neue Klamotten, aber es ist nicht so, dass ich es für wirklich entscheidend halte was ich an meinem Leib trage. Es ist heutzutage echt traurig, es ist eine völlige Umkehrung, es zählt nicht was ich in der Birne habe, hauptsache ich trage einen  schönen Kleiderständer.

 

 

12. Wie verbindet Ihr Euer Privatleben mit den Touren ? Was ist mit Euren Kindern?

 

Kai: Die Kinder bleiben zu Hause und telefonieren mit den Vätern und sagen „Papaaaa, wann kommst Du nach Hause!?!“

 

Christof: Die Kinder kommen ab und an mal zu Besuch und wollen unbedingt „Trommler“ werden.

 

Kai: Ich habe mal meine Frau mitgenommen.

Aber das geht mit den Kindern jetzt auch nicht mehr.

 

Gero: Du kannst es versuchen, wenn Du zwei Welten zusammen bringen willst, die einfach nicht zusammen passen können. Du kannst zum Beispiel wie Bob Marley sein, der mit Kind und Kegel losgefahren ist. Es war ein Tross von 24 Bussen, da wohnte jeweils eine Familie in einem Bus, es gab einen Koch, einen Kinderhort und eine kleine Schule. Das ist dann so eine Art Zirkuswesen. Heutzutage kann sich das nicht jeder leisten oder es ist auf der Autobahn nicht wünschenswert. Man sollte sich insgesamt überlegen was das für alle heißt.

 

Christof: Deshalb glaube ich auch nicht, daß es unbedingt das richtige für Kinder ist.

 

 

13. Was hört Ihr in Eurem Privatleben gerne, auch Eure eigenen Songs? Oder schaltet Ihr davon mal völlig ab?

 

Christof: Ehrlich, zu 90% des Jahres höre ich privat keine Musik. Es ist ganz selten, dass ich mal Lust habe private Musik zu hören.

 

Kai: Ich höre grundsätzlich im Auto Musik. Aber nicht die eigene Musik. Wenn Du deine eigene Musik produzierst und mit den Platten arbeitest, dann ist das Arbeitszeit und das andere Privatzeit.

Natürlich vermischt sich das bei uns ein bisschen.

Weil das, was wir machen ist ja unser Hobby, Privatleben und Beruf. Es ist manchmal sehr schwer die Grenzen zu ziehen. Aber ansonsten höre ich im Radio meist NDR-Info, Nachrichten oder Reportagen aus dem Ausland oder aus der Ecke. Wenn ich Musik höre dann grundsätzlich im Auto, weil das der einzige Moment ist wo ich alleine bin, mich konzentriere und irgendwohin fahren muss. Bei 300 – 400 Kilometer sind das ja schon 2 CDs.

 

Christof: Letztens waren wir in Aachen auf dem Stadtfest und eigentlich ist es mir egal was für Bands da spielen. Hauptsache man kann in Ruhe Bier trinken und die Bands können ihre Lieder spielen.

Aber z.B. jetzt auf Tour bin ich darauf geeicht jede Kleinigkeit zu beachten. Und darauf habe ich bei anderen keine Lust.

 

 

14. Geht Ihr auch gerne auf andere Konzerte gehen?

 

Christof: Das ist selten, da wir selten Zeit haben. Man muss erstmal aus dem Studio- und Tourleben komplett raus sein, ein paar Tage mit Ruhe zu Hause sein. Dann gehe ich auch nach Hannover auf Konzerte und schaue mir ein paar Nachwuchsbands an. Aber meistens ist es dann so, dass ich vor der Bühne stehe und mir denke, warum stehe ich nicht da oben?!? Und dann ist es auch schon wieder vorbei mit dem Spaß am Konzert.

 

Gero: Ich gehe auch sehr gerne auf Konzerte, aber es gibt zuwenig gute Konzerte von denen ich was weiß. Gerade bei großen ist es ganz schwierig, da bekommt man meist keine Karten, bei den mittleren hat man keine Zeit und bei den kleinen weiß man oftmals nicht dass sie stattfinden. Das ist dann meist so, dass Bekannte mit gleichem Musikgeschmack sagen „Hey, da hast Du was verpasst!“

Es wird nicht mehr richtig kommuniziert.

 

Christof: Das was uns interessiert findet meist in den Medien nicht statt. Deshalb ist es auch ganz schwer, CD´s auf dem Markt zu finden, vor allem welche die man gut finden könnte.

 

Gero: Es gibt ein paar Labels bei denen du dich informieren kannst. Hier weißt du einfach, dass sie Sachen rausbringen  die dich interessieren. Natürlich musst du dich aber beim Newsletter eintragen um zu wissen, dass überhaupt jemand auf Tour ist.

 

Kai: Es gab tausend andere Sachen die ich sehen wollte aber nicht sehen konnte, weil wir wieder mal im Studio waren. Da bleibt einfach wenig Zeit.

 

 

15. Was würdet Ihr den Nachwuchskünstlern auf den Weg geben?

 

Christof: Lasst es sein!!

Nicht hinhören was andere Leute erzählen. Entweder ich will was tun, dann tue ich es wie ich es tun will. Und dann kann ich, wenn ich mich 100% reinsetze trotzdem nur eine geringe Chance haben dass ich es schaffen kann.

Aber wenn Du wirklich Erfolg haben willst, dann mach dein Leben und dann mit 150%. Und dann ziel darauf, dass die Göttin mit dir ist.

 

 

16. Es gibt viele Stars die sich für besondere Projekte, wie z.B. Straßenkinder und jetzt aktuell die Hurrikan-Katastrophe einsetzen. Könntet Ihr Euch auch vorstellen so etwas zu unterstützen oder habt ihr schon was in der Richtung gemacht?

 

Christof: Wir haben ein Projekt in der Blocksee das wir seit Jahren unterstützen. Und irgendwann haben wir gesagt, komm lass dieses Verzetteln, Straßenkinder in Lima schlimm genug, aber 25 % der Kinder hier in diesem Land leben leider auch unter sozialem Niveau und hier ist mein Platz wo ich kommuniziere und wo ich lebe. Hier haben wir ein Projekt welches wir seit Jahren unterstützen: Die Blocksee-Strolche,  ein Kindergarten. Gerade haben wir auf einem Space-Car von einer Hauptschule unterschrieben. Es können alle möglichen Leute unterschreiben und am Ende wird es versteigert.

Wir sind schon immer bei solchen Sachen dabei gewesen.  Grundsätzlich haben wir uns gesagt, dass wir uns auf ein Projekt konzentrieren sollten, dann haben sie auch verlässlich das Geld von uns.

 

17. Gibt es auch Momente in denen ihr einfach mal was ganz anderes machen wollt ( z.B. Schauspielkarriere )?

 

Kai: Ich wollte immer Postbote werden. Wenn mir alles zu blöd wurde und alles genervt hatte dann habe ich gedacht: „Postbote ist super, morgens um 7 Uhr aufstehen und um 12 Uhr fertig, ganz sicheres Leben als Beamter!“ Das dauert dann immer 24 Stunden, dann weiß ich immer ganz genau, dass ich zum Postboten nicht geboren bin. Aber in den 24 Std. ist die Postbotensehnsucht ganz groß.

 

Christof: Es gibt viele Sachen die mich interessieren aber eigentlich tue ich das von dem ich immer geträumt habe. Ich bin sehr zufrieden mit dem was ich tue.

 

Kai: Es ist so wie es gekommen ist und ich bin auch sehr dankbar dafür. Außerdem macht es sehr viel Spaß.

Ich drehe nebenbei noch Filme als Regisseur, das macht auch sehr viel Spaß.    

 

Gero: Ich wollte eigentlich erst Kinderarzt werden. Dann fand ich Kinder doof. Dann wollte ich Mikrobiologe werden, habe auch darauf hin gearbeitet und festgestellt, dass es besser ist wenn ich das mache was bisher am besten klappte und wurde  Musiker.

Und wenn mir ein Instrument zu langweilig wird kann ich mich ja auf die Musik konzentrieren.

 

 

18. Wie sehen Eure Ziele für die Zukunft aus? Soloprojekte?

 

Christof: Nichts so konkretes. Wir arbeiten an einer neuen Platte die nächstes Jahr rauskommen soll. Es kommen so viele Dinge die auf einen zukommen.

Soloprojekte, da macht jeder nebenbei was für sich.

 

Vielen Dank für das nette Interview und es hat uns gefreut, dass Ihr Euch für uns Zeit genommen habt. Wir wünschen Euch alles Gute für die Zukunft, macht weiter so und jetzt auf zum Konzert...wir freuen uns!

 

 

 

©    Steffi J. und Sandra V.   


Veröffentlicht in:   Tags: musik essen konzert fury interview

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